Sandover Hwy – Mount Isa – Mount Isa – Mount Isa

Sandover Hwy

Nachdem wir endlich Alice Springs verlassen hatten, wollten wir über den Sandover Highway nach Cairns. Wir fuhren auf unserem Weg durch eine Cattle Station von der Grösse Belgiens (oder war es Dänemark?) und durch das weite, staubige Outback mit ganz viel Nichts links und rechts der Strasse. Wir hatten Glück, den am ersten Tag begegneten wir vier Autos und vier Gradern. Grader sind diese komischen, dreiachsigen Bagger mit einer Schaufel zwischen den Achsen. (Wenn wir das nächste mal einen sehen machen wir ein Foto, versprochen) Auf jedenfall sind diese Grader dafür da, aus üblen Wellblechpisten gemütliche Strassen zu machen. Und das war auf ca. 400 der 600 Kilometer der Fall. Wer noch nie tagelang über Corrugations gefahren ist, weiss nicht welche Freude das “Caution – Grader ahead” Schild auslösen kann. Fertig blabla, hier kommen die Bilder:

Mount Isa

Die nächste Stadt auf unserer Route war Mount Isa, ein verschlafenes Nest mit 18’000 Einwohnern und nebenbei die drittgrösste Stadt der Welt. Zumindest Flächenmässig, denn die Stadt erstreckt sich über 42’000 Quadratkilometer. Als Vergleich, die Schweiz ist laut Wikipedia 41’285 Quadratkilometer gross. Oder eher klein. Anyway, wir verbrachten zwei Tage mit Einkaufen, Fastfood und besorgten uns eine neue dritte Batterie für den Kühlschrank. In der Mitte der Stadt gibt es einen kleien Hügel, von wo aus man einen schönen Ausblick über die ganze Stadt hat.

Noch am gleichen Abend wollten wir weiter Richtung Cairns, also ab zur nächsten Tankstelle um günstigen Treibstoff für die nächsten paar hundert Kilometer zu tanken. Wollten. Den bis zur Tanksäule schaften wir es nicht mehr. Bei der Einfahrt zur Tankstelle brach ich mir einen Arm. Genauer gesagt den Pitman Arm. Was das ist wusste ich bisher auch nicht, darum hier eine kurze Erklährung. Das Lenkrad ist an der Lenkstange befestigt welche zum Lenkgetriebe führt an dem der Pitman Arm mit der Tie Rod verbunden ist. Einfach! Nicht? Na gut, hier ein Foto:

Weil das Teil komplett durchgebrochen ist waren die Räder physisch vom Lenkrad getrennt, sodass wir ohne Lenkung halb auf der Gegenfahrbahn standen. Nachdem wir das Auto spontan auf den Fussweg parkiert hatten, riefen wir den Abschleppdienst. Wir waren übrigens der allererste Kunde, da der Abschleppdienst erst einige Tage vorher vom lokalen Automobilverein gegründet wurde. Vorher gab es nur tagsüber einen Abschleppdienst. So konnten wir zum Glück vor der Werkstatt übernachten und mussten nicht vor der Tankstelle schlafen.

Mount Isa

Nachdem wir mit Hilfe des deutschen Landcruiser Forums und Jürgen von Diebo Teile, Deutschland das Ersatzteil gefunden hatten, blieb uns eine Woche Zeit bis das Teil hier in Australien eintreffen würde. Toyota Australien hätte drei Wochen gebraucht um das Teil aus Japan einzuschiffen.
Dank unserer Versicherung übernachteten wir die ersten 5 Nächte in einem konfortablen Motel mit Internet, PayTV (für die Kinofilm-Premieren, natürlich!) und – ganz wichtig – einer Mikrowelle. Also versuchten wir uns in Hâut Cuisine aux Microwaveé. Und Fernsehen, Facebook und Candy Crush.
Viel Candy Crush…

(Btw, kann mir jemand erklähren, was mir die farbige Kugel unten Links so bringen soll? Gut gemacht, ey?)

Mount Isa

Nachdem unsere Zeit im Motel um war durften wir unser Quartier zur Pastorenfamilie der lokalen Baptistengemeinde zügeln. Weil wir nach den 5 Tagen genug gefaulenzt hatten, halfen wir Mittwoch und Donnerstag in einer lokalen Aboriginies-Mission aus. Hazel, die Frau welche diese Mission führt, ist unglaublich. Bereits pensioniert führt sie einen Bücherladen, eine Art Backpacker für Aboriginies und fährt regelmässig mit ihrem Bus 1000 Kilometer ins Outback hinaus. Das wirken Gottes hier ist unglaublich, ganze Communities finden zum Glauben und weg von Alkohol und Gewalt und das interessanteste dabei ist, dass man ihnen das Konzept des heiligen Geistes, Engeln und Dämonen nicht erklähren muss, das ist gelebte Realität. Allerdings kennen sie keine wohlwollende geistlichen Wesen. Spannende Sache.
Zurück zum Auto. Gestern Freitag traf endlich das Teil aus Deutschland ein und – passte nicht. Nicht weil das falsche Teil geliefert wurde, sondern weil es diese Kombination in unserem Auto laut Toyota nie gab. Oder zumindest weiss niemand davon. Geschweisst werden kann das Teil aus versicherungstechnischen Gründen nicht und ob wir Ersatz finden ist im Moment noch nicht klar. Darum…

Mount Isa

… werden wir zumindest noch das Wochenende hier verbringen und am Montag mit der Versicherung schauen, wie es weiter geht. Bis dahin danken wir Gott dafür, dass der Pitman Arm beim Einbiegen in die Tankstelle brach und nicht mit 80 Sachen auf der Highway vor einem entgegenkommenden Roadtrain.
Bis zum nächsten mal aus Down Under.

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