Flinders Ranges – Oodnadatta – Coober Pedy – Adelaide – Nullarbor

Die Flinders Ranges erstrecken sich ab Adelaide nördlich bis ungefähr zum Lake Eyre Salzsee und waren unser erster Ausflug in den Outback Australiens. Unsere Route vom Barossa Valley führte uns durch verschlafene Dörfer und goldene Wiesen. In Quorn stoppten wir um im Flinders Ranges Visitor Center Informationen über Attraktionen und gute Fotografieplätze zu sammeln.
Geheimtipp, für den Fall dass ihr in Quorn seid: unbedingt im Flinders Bikes & Bytes Cafe innehalten – dort gibts nette Bedienung, Lavazza Caffee, frisch gepressten O-Saft, selbst gebackene Cookies, wirklich feines Essen und, ganz wichtig, gratis Internet.
Gestärkt ging es nach Norden ‘gen Wilpeena Pound und Flinders Ranges NP. Die Gengend dort ist komplett anderst als entlang der Küste und zum ersten mal wurde mir wirklich bewusst, warum Australien als roter Kontinent bezeichnet wird. Erde in allen Facetten von Orange bis Rot, durchzogen von gelben und grünen Büschen. Und Sonnenauf- und Untergänge jeden Tag wie man sie bei uns alle paar Monate mal sieht. Wunderschön.
Leider auch sch… -ön heiss, wesshalb wir den ganzen Tag im Nationalpark mit herumfahren verbrachten ohne die Wanderschuhe auszupacken. Am Abend campten wir etwas nördich im Parachilna Gorge (Gorge = Schlucht) direkt am Ufer des fast ausgetrockneten Flusses. Um die letzten Wasserlöcher sammelten sich Abends ein paar Enten, ein Kangaroo und eine Emu Mutter mit Kindern. Und wer unsere Reise auf Facebook verfolgt hat weiss, dass wir hier nach fast einer Woche endlich unseren blinden Passagier loswurden! (siehe letztes Foto)

Auf unserem Weg nach Coober Pedy fuhren wir ab Marree bis William Creek ein Stück dem Oodnadatta Track entlang. Dies ist ein ziemlich populäre Dirt-Road für Outback Touristen mit 4x4s weil sie leicht erreichbar ist und es viele schöne Aussichtspunkte auf den Lake Eyre Salzsee bietet. Während der Regenzeit ist der See übrigens geflutet, es brüten Zugvögel und überall blühen die Wüstenblumen. Zur aktuellen Jahreszeit ist es allerdings hauptsächlich heiss, trocken und windig. Kleine Randnotiz: Windig war es auch, als ich versuchte vor Sonnenaufgang eine Langzeitbelichtung aufzunehmen und Kamera samt Stativ einfach umgeweht wurde – Fazit: Error #20 und Kamera kaputt. Aber davon später mehr…
In William Creek war unser Plan den Oodnadatta Track zu verlassen und direkt nach Coober Pedy zu fahren. Dummerweise hatte es am Morgen zu Regnen begonnen und die Strasse wurde etwa drei Stunden vor unserer Ankunft im Roadhouse geschlossen. Der Regen ist dabei nicht, wie Ihr vielleicht vermutet, ein langanhaltender Regenschauer sondern eher ein konstantes nieseln. Aber bei den ausgetrockneten Strassen reicht das aus um sie in eine Schlammpiste zu verwandeln. Also genossen wir ein leckeres mexikanisches Nachtessen und, weil die Piste ab 19 Uhr für 4×4 freigegeben war, fuhren wir zum schlafen am Schild vorbei und campten dort. Nur für den Fall, dass die Piste am Morgen wieder gesperrt worden wäre.

Coober Pedy ist bekanntlich die Opalhauptstadt der Welt und die behaarten Einheimischen hausen in Höhlen, schwingen Keulen und verständigen sich mit grunzenden Lauten. Das ganze war ganz nett, wir schlenderten durch ein paar Opalläden und Gallerien, assen gute Pizza und besuchten drei unterirdische Kirchen. Auf dem Weg nach Woomera, einem ehemaligen Geheimstützpunkt zur Raketenforschung, liessen wir noch etwas die Sau raus und den Dreck spritzen auf den nassen Trampelpfaden neben der Strasse. Driften im 3.5 Tonnen schweren Troopie hat definitiv seinen Reiz. :)

Wieder in Quorn angekommen, war meine Kamera immernoch trotzig, also mussten wir sie zum nächsten Repair-Center nach Adelaide bringen. Die Nacht verbrachten wir im Warren Gorge, westlich von Quorn wo wir nette Leute aus Whyalla trafen. Wir verabredeten uns für wenn wir aus Adelaide zurück sind und bretterten am nächsten Tag gemütlich los. Vor uns ca. 700 extra Kilometer und eine ungewisse Anzahl Tage Wartefrist, bevor wir meinen Kameraden zurück bekommen würden. (Ok, das Barossa Valley ist in der Nähe, ebenso Kangaroo Island, aber trotzdem wollten wir lieber nach Westen als zurück nach Osten.)
In Adeladie angekommen prüfte ich auf dem Parkplatz vor dem Kameraladen ein letztes mal, Fehler #20, also ab zum Fotodoktor. Und hier durften wir eine wundersame Gadget-Heilung miterleben: der nette Doc nahm die Kamera in die Hand, setzte sein Objektiv auf, schoss ein Testfoto, noch eins und noch eins, gab sie mir zurück und sagte “Done”. Halleluja – danke Herr.
Zurück in Whyalla besuchten wir Paul und Tammy in Ihrem Petshop, wo wir mit einer zwei Meter Python, ein paar Dragons (Echsen) und Laubfröschen kuschelten. Na toll, jetzt will ich auch so eine Echse, danke Paul. Am Abend waren wir bei Rhyannon und Ihrer Mum zu einem delicious Tea eingeladen. Tea, in Australien, ist Znacht – zum Glück wusste das Silvia, sonst wäre ich vorher zu Macces (McDonalds) gegangen weil ich so hungrig war. Am Morgen gab uns Michelle (Rhyannons Mum) noch ein paar Tupperware mit Seafood-Salat und eines mit Roastbeef mit. Mmmmh…

Bevor wir uns Richtung Westaustralien aufmachten, mussten wir noch den besten Angelplatz Südaustraliens in Baird Bay ausprobieren. Hier seht ihr uns bei der Arbeit sowie unsere Ausbeute.

Die Nullarbor fasse ich kurz. Wenn man sie direkt durchfährt wie wir es getan haben, ist es lang und langweilig. (Abgesehen davon, dass man langsam meschugge wird und witzige/doofe Sachen macht) Entgegen dem Namen hat es fast überall Bäume und Büsche und weil es etwas hügelig ist merkt man nicht viel davon, dass man auf bis zu 130km langen Geraden fährt. Hätten wir die Zeit gehabt die schönen Flecken ab der Hauptstrasse zu erkunden, würden wir hier wohl anders berichten. Also falls ihr mal hier seid, rechnet noch einen oder zwei extra Tage ein.

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